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Kindertagespflege
Wie funktioniert Bildung?
Eine wesentliche Voraussetzung für das Ausschöpfen der Bildungsmöglichkeiten in Tagespflegestellen ist - neben einer sicheren und kindgerechten Ausstattung - die Fähigkeit der Tagespflegeperson, bewusst das Entwickeln vielfältiger Lernprozesse zuzulassen. Sie muss in der Lage sein, die jeweiligen Interessen der Kinder zu erkennen und zu fördern, ihrem Forscherdrang Raum zu geben, Erfahrungen zu ermöglichen und zusätzliche Materialen zur Verfügung zu stellen. Neben dem eigenständigen Experimentieren sollten auch geplante Aktivitäten nicht zu kurz kommen. Musikalische und rhythmische Erfahrungen brauchen Kinder auch zum Erlernen der Sprache. Mit Reimen und Liedern, die von der Tagespflegeperson aufgesagt und vorgesungen werden, wird das Kind zum Sprechen angeregt und entwickelt völlig selbstverständlich ein Gefühl für Sprache und Musik. Unterstützt wird dieser Prozess durch Bewegungen, die die Koordination der Motorik fördern (z.B. in die Hände klatschen, hüpfen). Erfahrungen mit Farben und formbaren Materialien schulen Vorstellungskraft, Ästhetik und Kreativität. Dafür sollten stets Papiere und unterschiedliche Stifte und Farben vorhanden sein.
In der Tagespflegestelle gibt es in der Regel keine Bauecke oder einen mit Sportgeräten ausgestatteten Toberaum. Aber es gibt Platz, wo gespielt und gebaut wird. Die Kinder lernen, Treppen hinauf- und hinabzugehen oder eine Haushaltsleiter zu erklimmen. Matratzen können beispielsweise zum Hüpfen dienen. Regelmäßige Spaziergänge in der Umgebung ermöglichen vielfältige Umwelterfahrungen. Im Kleinkindalter werden die Grundsteine von Bildung gelegt. Die Kindertagespflege hat dabei eine wichtige Funktion, die Tagespflegeperson eine wichtige Aufgabe.
Viele Tagesmütter und Tagesväter verfügen nicht über eine pädagogische Ausbildung. Sie müssen sich in einem Qualifizierungskurs entsprechende Kenntnisse aneignen, um
- Sensibilität für kindliche Bildungsprozesse zu entwickeln
- Ergebnisse der Entwicklungspsychologie kennenzulernen
- Beobachtungsfähigkeiten zu schärfen
- Kenntnisse zur Bildungsförderung von Kindern zu erlangen.
Nähere Auskünfte hierzu erteilt der zuständige Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt).
Profilbildung durch pädagogische Konzepte
Kindern in der häuslichen Umgebung pädagogische Angebote zu machen, stellt auch für ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher eine Herausforderung dar, die sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene interessant und lehrreich sein kann.
Um darzustellen, welche Erziehungsgrundsätze und Förderangebote es in der jeweiligen Tagespflegestelle gibt, sollte ein schriftliches pädagogisches Konzept erarbeitet werden. Inhalte eines solchen Konzeptes sind unter anderem:
- die Beschreibung der Rahmenbedingungen (Größe der Tagespflegestelle, Öffnungszeiten)
- die Lage der Tagespflegestelle mit besonderen Merkmalen, Wohnumgebung
- die Zusammensetzung der Kindergruppe
- die Ziele und Inhalte der pädagogischen Arbeit mit den Kindern (Entwicklungsbedingungen der Kinder, das soziale Leben in der Gruppe, Angebote zur Förderung und Bildung der Kinder, Erfahrungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Tagespflegestelle, Bedeutung des Spiels für das Kind und innerhalb des Tagesverlaufs, Förderung der sprachlichen Entwicklung, Bewegungsmöglichkeiten für Kinder in der Tagespflegestelle, Umgang mit Räumen, Material und Zeiten, kreative Angebote im musisch-künstlerischen Bereich usw.)
- Gesundheit und Ernährung, Hygiene, Sauberkeitserziehung,
- ein exemplarischer Tagesablauf,
- die Grundsätze der Zusammenarbeit mit den Eltern, Elterngespräche,
- die Zusammenarbeit mit anderen Tagespflegepersonen und Institutionen in der Wohnumgebung,
- eigene Fortbildung und Weiterqualifizierung durch den Besuch von Seminarangeboten, Lesen von Fachliteratur usw.

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