Gute Kinderbetreuung:
weil in Kleinen Großes steckt.

  • Thema des Monats: Zusammenarbeit mit Eltern

    Die Zusammenarbeit mit Eltern nimmt in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung eine bedeutsame Rolle ein. Denn arbeiten Kitas und Tagespflegepersonen mit Eltern zusammen, fördern sie eine gelebte Erziehungspartnerschaft - ganz zum Wohl der Jüngsten. mehr


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Dr. Heike Kahl (56) ist seit 1994 Geschäftsührerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Nach ihrem Germanistikstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete Heike Kahl zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Künste (Ost)Berlin. Von 1991 bis 1993 unterstützte sie den Berliner Senat für Schule, Berufsausbildung und Sport als Schulentwicklungsplanerin. Neben ihrer Tätigkeit in der DKJS engagiert sich Heike Kahl ebenfalls beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Von 2002 bis 2011 war sie Mitglied des Vorstands.


Im Programmtitel kommt das Wort Anschwung vor. Ein Begriff, der nicht jedem gleich geläufig ist …

… aber wunderbar unser Anliegen ausdrückt: Kinder auf der Schaukel rufen oft „Schubs mich mal an!“, damit sie richtig Schwung bekommen. Nach kurzer Zeit fliegen die Kleinen dann schon mit eigener Kraft durch die Luft. Ähnlich funktioniert das Anschwung-Programm. Wir holen alle, die an der frühen Förderung von Kindern beteiligt sind, an einen Tisch, damit wir gemeinsam darüber nachdenken, wie man die Chancen wirklich ganz früh für jedes einzelne Kind verbessern kann. Wir geben damit der Entwicklung direkt vor Ort Anschwung – nicht mit einem Input, sondern mit einem Impuls. Denn die lokalen Initiativen entscheiden, mit welchen konkreten Zielen und Vorhaben sie das Thema frühe Förderung angehen.

Und wird diese Einladung angenommen?

Ja, wir waren selbst überrascht, wie groß das Bedürfnis in den Städten, Gemeinden und Landkreisen ist, mehr für die Jüngsten zu tun. Die 70 Zukunftskonferenzen, die wir für diesen ersten Austausch geplant hatten, waren schnell vergeben. Das zeigt, Anschwung trifft den Nerv der Menschen vor Ort. Da kommen Bürgermeister, Fachkräfte aus Jugend- und Sozialamt, Erzieherinnen, Schulleiter und Vertreter sozialer Einrichtungen zusammen: also Menschen mit verschiedensten Professionen und aus ganz unterschiedlichen Institutionen. Oft stellen sie in der Runde erstaunt fest, was es bei ihnen an Wissen und Erfahrungen vor Ort schon alles gibt. Denn daran mangelt es nicht, sondern an der guten Vernetzung derjenigen, die sie mitbringen.

Vernetzen sich die Akteure bereits auf einer Zukunftskonferenz?

Ansatzweise schon, aber die richtige Arbeit beginnt erst danach. Auf der Zukunftskonferenz einigen sich die Teilnehmer z.B. schon auf ein konkretes Thema, das den Menschen dort besonders am Herzen liegt: Brauchen Eltern mehr Hilfestellungen bei der Erziehung ihrer Jüngsten? Wie könnte die aussehen? Wie wichtig ist die gute Vernetzung von Tagesmüttern oder -vätern? Wie erreichen wir Familien aus strukturell schwachen Stadtteilen, Eltern mit Migrationshintergrund oder jene, die ihr Kind nicht von alleine ins Familienzentrum oder in die Kita bringen? Oft ist es eine ganze Reihe von Fragen, die den Teilnehmenden einer Zukunftskonferenz unter den Nägeln brennt. Deshalb bilden sich dort Arbeitsgruppen, die dann als Anschwung-Initiative an diesen Fragen – mit einem gemeinsam vereinbarten, konkreten Ziel vor Augen – weiterarbeiten. Denn erfolgreiche Kooperation klappt nur, wenn sich alle darüber einig sind, wo es hingehen soll und an einem Strang ziehen. Letztlich braucht es auch Ausdauer und einen starken Willen, etwas verändern zu wollen. Das gelingt nicht an einem Tag, auch nicht in einer Woche oder in einem Monat.

Und wer hilft den Anschwung-Initiativen, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren?

Wo Menschen mit vielen Ideen und Vorstellungen aufeinander treffen, braucht es jemanden, der das Ganze professionell moderiert. Diesen Prozess begleiten wir. Nehmen wir ein Beispiel: In dem kleinen thüringischen Ort Schlöben soll es im neuen Familienzentrum künftig Angebote für alle Eltern und Kinder geben: Neben einer Bibliothek, Freizeitangeboten für Jung und Alt auch Krabbelgruppen, Elternberatung und ein Familien-Café – alles unter einem Dach. Da ist die Prozessbegleiterin, eine Fachfrau im Netzwerk- und Projektmanagement, hilfreich. Sie unterstützt die Initiative über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten, damit das Familienzentrum in Schlöben künftig Angebote für alle parat hält.

Das Programm “Anschwung für frühe Chancen” endet 2014. 600 lokale Initiativen für frühkindliche Entwicklung soll es bis dahin geben. Was denken Sie, wie steht es in drei Jahren um die Kinderfreundlichkeit der Länder und Kommunen?

Ich bin überzeugt, dass mit den 600 Anschwung-Initiativen die Zahl der Menschen wachsen wird, die nicht nur wissen, dass die Förderung der Jüngsten entscheidend für die Zukunft ihrer Städte und Gemeinden ist, sondern die auch etwas dafür tun. Viele werden die Erfahrung gemacht haben, dass man am meisten erreicht, wenn man Kräfte für ein gemeinsam zu erreichendes Ziel bündelt, Erfahrungen und Wissen teilt und nicht in Zuständigkeiten denkt. So kommen wir der gemeinsamen Vision wirklich näher – allen Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

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Bücherstapel, darauf noch zu sehen, die verschränkten Arme eines Kindes, das sich darauf abstützt

Thema des Monats

Die Zusammenarbeit mit Eltern nimmt in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung eine bedeutsame Rolle ein.


[http://www.vorteil-kinderbetreuung.de/allgemein/dok/6.php] - 10.07.2014
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