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A-Z Kinderbetreuung
A-Z Kinderbetreuung – Buchstabe: P
Pädagogische Konzepte
Der Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsarbeit in den Kindertagesstätten liegt jeweils ein pädagogisches Konzept zugrunde. Pädagogische Konzepte existieren, seit Kinder nicht mehr als "kleine Erwachsene" betrachtet, sondern ihnen spezielle Bedürfnisse und Entwicklung zugestanden werden. Reformpädagogische Ansätze, die das Kind als zentralen Akteur und auch Kreateur seiner eigenen Entwicklung in den Mittelpunkt stellen, sind z.B. mit den Namen Steiner, Montessori oder Freinet verbunden. Ansätze jüngeren Datums werden in den letzten Jahren u.a. durch neuere Erkenntnisse aus der Bindungsforschung und der Hirnforschung modifiziert.
Während die Schwerpunkte in Deutschland bisher hauptsächlich auf die Elemente Betreuung und Erziehung gelegt wurden, erfolgte im Zuge der Bildungsdiskussion der letzten Jahre eine Aufwertung der Bildungselemente. Die Einführung frühkindlicher Bildungspläne durch die Länder erweiterte die pädagogischen Konzepte nun um Bildungselemente, insbesondere die Vermittlung von Eigenkompetenz, Lern- und Gemeinschaftsfähigkeit des Kindes, die Entwicklung seiner koordinativen, motorischen, kreativen, sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten sowie die Akzeptanz kultureller und individueller Vielfalt. Das gleichzeitige Verfolgen verschiedener Bildungsziele durch ganzheitliches Lernen, die größere Vielfalt der zu betreuenden Kinder durch integrative Konzepte und die Intensivierung von Beratung und Familienhilfe lassen die Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher steigen.
Personalschlüssel
Der Personalschlüssel gibt das Zahlenverhältnis von Erzieherinnen bzw. Erzieher und Kindern in Kindertageseinrichtungen wieder. Er trifft eine Aussage über die theoretisch mögliche Betreuungsintensität und ist daher ein Qualitätsmaß bei der Kinderbetreuung in Kindertageseinrichtungen. Bei einem Personalschlüssel von 1:4 kommen auf eine Betreuungskraft vier Kinder. Je niedriger der Personalschlüssel, desto größer ist die mögliche Betreuungsintensität für das einzelne Kind.
Kinder unter drei Jahren verlangen eine intensivere Betreuung als ältere Kinder, daher ist der Betreuungsschlüssel in Kinderkrippen niedriger als in Kindergärten oder Horten. Der Personalschlüssel in Kindertageseinrichtungen rangiert im Bundesländervergleich zwischen 1: 4,2 und 1:7,8 bei Kinderkrippen und zwischen 1:8 und 1:13,5 bei Kindergärten.
Nach dem Kinderförderungsgesetz darf eine Tagesmutter ohne nachgewiesene Qualifikation grundsätzlich nicht mehr als fünf Kinder betreuen.
Pflegeerlaubnis
Um die Erlaubnis zur Kindertagespflege zu erhalten, müssen persönliche Eignung, Qualifizierung und kindgerechte Räumlichkeiten nachgewiesen werden. Geprüft werden insbesondere Persönlichkeit, Kompetenz, Kooperationsbereitschaft und der Nachweis fundierter Kenntnisse in der Kindertagespflege. Die konkreten Anforderungen zur Qualifizierung sind dabei in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Konkrete Auskünfte dazu erteilt der Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt).

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